Innovative Lösung gegen PFAS-Chemikalien wird ausgezeichnet: Oxyle gewinnt den Green Business Award
Medienmitteilung, Bern, 13. Februar 2026

In Kürze:
Das Zürcher ETH-Spin-off Oxyle gewinnt den Green Business Award 2026 für seine Technologie zur dauerhaften Entfernung und Zerstörung von PFAS («Ewigkeitschemikalien») aus Wasser.
PFAS sind in über der Hälfte der Schweizer Grundwasser-Messstellen sowie im menschlichen Blut nachweisbar und stellen ein Risiko für Umwelt und Gesundheit dar.
Der Green Business Award zeichnet jährlich innovative Schweizer Unternehmen aus, die ökologischen Impact mit wirtschaftlichem Erfolg verbinden.
Der diesjährige Green Business Award geht an Oxyle. Das Zürcher Scale-up überzeugte die Jury mit seiner innovativen Lösung zur Bekämpfung von PFAS, den sogenannten «Ewigkeitschemikalien». Diese hochgiftigen Chemikalien reichern sich in unserem Grund- und Trinkwasser sowie in unseren Körpern an. Gründerin Dr. Fajer Mustaq und ihr Team haben eine Technologie entwickelt, die PFAS entfernt und dauerhaft abbaut. Damit leistet Oxyle einen wesentlichen Beitrag zum Schutz von Umwelt und Gesundheit. Als unabhängige Stiftung zeichnet der Green Business Award bereits zum siebten Mal Unternehmen aus, die ökologischen Impact mit ökonomischem Erfolg vereinen.
Die Schweiz ist stark mit PFAS belastet. Studien zeigen, dass in über der Hälfte der Grundwasser-Messstellen sowie im Blut von Menschen solche hochgiftigen Ewigkeitschemikalien nachweisbar sind.1 Auch alle untersuchten Böden enthalten PFAS – selbst abgelegene Orte wie das Matterhorn.2 Die Stoffe erhöhen das Risiko für Krebs und Unfruchtbarkeit, schädigen Immun- und Hormonsystem und bleiben aufgrund ihrer extremen Stabilität über Jahrhunderte in der Umwelt.
Genau hier setzt Oxyle an: Das ETH-Spin-off hat eine Technologie entwickelt, die PFAS nicht nur aus dem Wasser entfernt, sondern sie vollständig zerstört. Mit dieser Lösung überzeugt Oxyle die Jury des wichtigsten Nachhaltigkeitspreises der Schweiz. Doris Leuthard, Alt-Bundesrätin und Präsidentin der Jury, sagt: «Die Einordnung von PFAS-Belastungen ist noch neu und vieles unklar. Sicher ist: Neben politischen Lösungen zur Verhinderung von PFAS braucht es auch Ansätze wie jene von Oxyle, die bereits im Umlauf befindliche Chemikalien dauerhaft abbauen.»
Was sind PFAS-Chemikalien?
PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen) sind geruchs- und geschmacklose Chemikalien, die extrem langlebig sind – daher auch die Bezeichnung «Ewigkeitschemikalien».[3] Aufgrund ihrer wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften werden sie in unzähligen Alltagsprodukten verwendet: in Outdoor-Kleidung, Kosmetik, Teflonpfannen, Zahnseide und sogar WC-Papier. Gleichzeitig gelangen PFAS durch Industrieabwässer, Feuerlöschschäume oder Klärschlamm in Böden, Gewässer und Pflanzen und verbreiten sich von dort weiter in der Umwelt. So finden sie nach und nach auch ihren Weg in Lebensmittel, Trinkwasser und alltägliche Konsumgüter.
Vom Kindheitstraum zur Innovation
Gründerin und CEO von Oxyle, Dr. Fajer Mustaq wuchs in Delhi auf und wurde schon während ihrer Kindheit mit dem Thema Wasserverschmutzung konfrontiert. Diese prägenden Erfahrungen motivierten Mustaq dazu, Oxyle zu gründen. Gemeinsam mit ihrem inzwischen 30-köpfigen Team entwickelt sie massgeschneiderte, skalierbare und energieeffiziente Lösungen, die insbesondere auch die bislang schwer abzubauenden kurzkettigen PFAS vollständig eliminieren.4 Dr. Fajer Mustaq freut sich über den Gewinn des Awards: «Der Schutz unserer Gewässer ist seit langem ein persönliches Anliegen von mir. Eines, das unser gesamtes Team mit Überzeugung teilt. Wir fühlen uns sehr geehrt, dass die Arbeit von Oxyle mit dem Green Business Award ausgezeichnet wurde.»
Nachhaltige Innovationen im Rampenlicht
Der Green Business Award wurde bereits zum siebten Mal verliehen. Im Finale bei Impact Gstaad setzte sich Oxyle gegen zwei Unternehmen durch: Voltiris, das Solarmodule für Gewächshäuser ohne Ernteverlust einsetzt, und Everllence, deren Grosswärmepumpe ganze Städte mit klimaneutraler Fernwärme versorgt.
Der Green Business Award ist der renommierteste Nachhaltigkeitspreis der Schweiz und bietet den Finalisten eine einzigartige Chance zur Wachstumsfinanzierung. «Mit dem Green Business Award wollen wir Unternehmen sichtbar machen, die zeigen, dass Nachhaltigkeit eine Businesschance ist. Unsere Finalisten zeigen, was möglich ist, wenn die Wirtschaft Verantwortung übernimmt», sagt Cédric Habermacher, Direktor von Green Business Switzerland. Der Auswahlprozess erfolgt in einem mehrstufigen Verfahren. In der Hauptjury engagieren sich namhafte Persönlichkeiten wie Michèle Rodoni, CEO der Mobiliar, Axpo-CEO Christoph Brand und Prof. Dr. Reto Knutti von der ETH.
2 ZHAW Life Sciences und Facility Management
3 Bundesarmt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen
4 Website Oxyle
Green Business Award
Der Green Business Award zeichnet seit 2019 jährlich die innovativsten Schweizer Unternehmen aus, die ökologischen Impact mit ökonomischem Erfolg verbinden. In der ersten Phase des Auswahlprozesses nominieren rund 40 nationale Scouts aus Wirtschaft, Umweltschutz und Wissenschaft die besten Lösungen ihrer Branche für den Award. Daraus zeichnet eine interdisziplinär zusammengesetzte Fachjury die fünf besten Lösungen mit dem Label Green Business Excellence aus. Diese fünf Firmen präsentieren sich mit einem Pitch vor der Hauptjury unter dem Vorsitz von alt Bundesrätin Doris Leuthard. Dieser Jury gehören 14 weitere bekannte Persönlichkeiten an, u.a. Reto Knutti (ETH-Professor in Klimaphysik), Michèle Rodoni (CEO die Mobiliar), Christoph Brand (CEO Axpo), Bertrand Piccard (Gründer Solar Impulse) und Wirtschaftsjournalistin und Unternehmerin Patrizia Laeri. Drei dieser fünf Firmen werden zu Finalisten des Green Business Award gekürt, wovon wiederum ein Unternehmen am 13. Februar 2026 im Rahmen des Impact Circles von Impact Gstaad die begehrte Auszeichnung verliehen bekommt.
Green Business Switzerland
Green Business Switzerland rückt den positiven Zusammenhang zwischen unternehmerischem Erfolg und nachhaltigem Handeln in den Fokus. Hinter der zukunftsweisenden Kooperation zentraler Akteure aus Wirtschaft und Umweltschutz stehen u.a. das BAFU, economiesuisse, öbu, die Schweizerische Umweltstiftung, Swisscleantech, Scienceindustries, Swissmem, Swiss Textiles und der WWF Schweiz.
Partner
Axpo, economiesuisse, die Mobiliar und die Schweizerische Post unterstützen den Award als Partnerinnen und gleichzeitig als Vorreiterinnen für Nachhaltigkeit in ihren Branchen.