Nachhaltigkeit als Geschäftsmodell – 30 Unternehmen für den achten Green Business Award nominiert

Medienmitteilung, Bern, 27. Mai 2026

Cédric Habermacher (Green Business Switzerland), Fajer Mushtaq (Oxyle), Reto Knutti (Jury-Mitglied) und Doris Leuthard (Jurypräsidentin) (v.l.n.r.)

Von einem Genfer KMU, das mit einem Rechenzentrum 6'000 Wohnungen heizt, bis zum dreiköpfigen Sarner Scale-up, das Methanleckagen in Echtzeit lokalisiert: 30 Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen sind für den achten Green Business Award nominiert und beweisen, dass sich Nachhaltigkeit auch wirtschaftlich lohnt. KMU und Scale-ups werden erstmals getrennt ausgezeichnet.

Der Green Business Award wird zum achten Mal verliehen. Erstmals spiegelt sich die Vielfalt der nominierten Unternehmen auch in der Award-Struktur wider: In der Kategorie KMU werden Unternehmen ausgezeichnet, die ihr bestehendes Geschäftsmodell konsequent in Richtung Klimaschutz transformiert haben. Die Kategorie Scale-up prämiert junge Unternehmen, die mit neuen Technologien Nachhaltigkeit von Grund auf als Geschäftsmodell denken. «Wenn die Wirtschaft wirklich Teil der Lösung sein soll, brauchen wir beide: die disruptiven Technologien der Scale-ups und die Breite etablierter Unternehmen, die ihr Geschäftsmodell transformieren», sagt Cédric Habermacher, Direktor von Green Business Switzerland.

So vielfältig ist die Schweizer Wirtschaft

Die Bandbreite der nominierten Lösungen zeigt, wie weit Nachhaltigkeit als Geschäftsmodell bereits verbreitet ist. Die Infomaniak Network SA aus Genf speist die Abwärme ihres Rechenzentrums ins Fernwärmenetz ein – genug für 6'000 Wohnungen im Winter – und erschliesst damit eine neue Einnahmequelle aus Infrastruktur, die ohnehin läuft. Die JURA Materials AG ersetzt im Zement energieintensiven Klinker durch lokalen Schweizer Ton: tiefere Emissionen, tiefere Importabhängigkeit, tiefere Produktionskosten. Textilcolor AG steigert mit einem neuen Nachseifmittel die Produktionskapazität und senkt gleichzeitig den CO₂-Ausstoss um 56 %. Bei den Scale-ups macht SensorX Solutions Methanleckagen in Echtzeit sichtbar – und hilft Energieunternehmen, teure Verluste zu vermeiden. Novamem AG senkt mit einer neuen Membrantechnologie die Stromkosten bei der Produktion von grünem Wasserstoff. «Die Rettung unseres Planeten ist kein Wohltätigkeitsprojekt, sondern das Geschäftsmodell der Zukunft», sagt Doris Leuthard, Alt-Bundesrätin und Jurypräsidentin des Green Business Award.

Jury, Prozess und Vergabe

Der Auswahlprozess für den Green Business Award erfolgt in einem einzigartigen, mehrstufigen Verfahren. Nachdem rund 40 Partnerorganisationen des Awards – etwa Economiesuisse, Swisscleantech, Swissmem oder der WWF – ihre Nominationen eingereicht haben, wählt eine Vorjury pro Kategorie die drei besten Lösungen aus. Die Finalisten präsentieren ihre Lösung mit einem Pitch vor der Hauptjury unter dem Präsidium von Doris Leuthard. ​

Die Gewinner werden an zwei Anlässen bekannt gegeben:

  • Kategorie KMU: 3. September 2026, Maillot Vert Sommerfest, Luzern
  • Kategorie Scale-up: 12. Februar 2027, Impact Circle Event, Gstaad

Die Nominierten im Überblick (alphabetische Auflistung)

Kategorie KMU:

Unternehmen
Standort

Lösung

Bathco AG

Zürich (ZH)

Circular-Economy Partner – Kreislauflösungen für die Aluminiumproduktion

BELIMO Holding AG

Hinwil (ZH)

RetroFIT+ – datenbasierte Optimierung von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen

Girsberger AG

Thunstetten (BE)

Girsberger Remanufacturing – Wiederaufbereitung von Möbeln

Hilding Anders Switzerland AG

Schänis (SG)

happy second life –

Wiederaufbereitung von Matratzenrückläufern

Hotel Schweizerhof Zürich

Zürich (ZH)

Nachhaltigkeitsstrategie – Ressourceneffizienz im Hotelbetrieb

Infomaniak Network SA

Les Acacias (GE)

D4 – energieeffizientes Rechenzentrum mit Wärmenutzung

JURA Materials

Aarau (AG)

Calterra – CO₂-arme Zementlinie aus lokalem Ton

Liveo Research AG

Basel (BS)

Recycelbare und CO₂-arme Blisterverpackungen

Lonza AG

Basel (BS)

Rezyklierung von Lösemitteln in der Produktion

Rigi Bahnen AG

Arth (SZ)

Nachhaltiges integriertes Bergbahn- und Tourismusmodell

SGS SA

Baar (ZG)

«Value to Society» und «IMPACT NOW» – messbare Nachhaltigkeit für Unternehmen

Swisscom (Schweiz) AG

Worblaufen (BE)

Data Driven Sustainability –

datenbasiertes CO₂- und ESG-Management für Unternehmen

Textilcolor AG

Sevelen (SG)

LAVAN ESA – für ressourceneffiziente Textilprozesse

UCB Farchim SA

Bulle (FR)

Dekarbonisierte Pharma-Produktion als Geschäftsmodell

Vögeli AG Marketingproduktion & Druck

Langnau im Emmental (BE)

Cradle to Cradle Certified® – Druck- und Verpackungslösungen

Kategorie Scale-up:

Unternehmen
Standort

Lösung

AgroSustain SA

Renens (VD)

Afondo – essbare Beschichtung für frische Produkte

Evolium Technologies SA

Sion (VS)

Modulare Second-Life-Batteriespeicher für Haushalte, Mehrfamilienhäuser und KMU

ExerGo

Yverdon-les-Bains (VD)

CO₂-basierte Wärmenetze für Heizen und Kühlen

GRZ Technologies SA

Avenches (VD)

UPSOM – Methanisierungsreaktor für Power-to-Gas

Hydroliq AG

Luzern (LU)

Desinfektionslösungen auf Basis von HOCl

KLARK AG

Landquart (GR)

Beton mit dauerhafter CO₂-Speicherung

Meteomatics

St. Gallen (SG)

EURO1k – Europäisches Wettermodell für präzise Vorhersagen

NIKIN AG

Aarau (AG)

Zirkuläre Mode mit Rücknahmesystem

Novamem AG

Schlieren (ZH)

Mythen Membrane für effizienteren grünen Wasserstoff

OceanSafe

Bern (BE)

naNea® – biologisch abbaubare und recycelbare Hochleistungsmaterialien

Panatere SA

Saignelégier (JU)

Edelstahl und Speziallegierungen aus Industrieschrott und Solarenergie

rezonanz AG

Zürich (ZH)

Plattform zur Messung von Investment Stewardship

SensorX Solutions AG

Sarnen (OW)

FluX Multi – Multimodale Methanüberwachung

upVolt GmbH

Basel (BS)

Second-Life-Batterien als Heimspeicherlösung

Yeastup AG

Brugg (AG)

Inhaltsstoffe aus Nebenströmen der Bierproduktion

Mehr Informationen zu den 30 Nominierten unter: https://greenbusinessaward.ch/nominierte/

Green Business Award ​
Der Green Business Award zeichnet seit 2019 jährlich die innovativsten Schweizer Unternehmen aus, die ökologischen Impact mit ökonomischem Erfolg verbinden. In der ersten Phase des Auswahlprozesses nominieren rund 40 nationale Scouts aus Wirtschaft und Wissenschaft die besten Lösungen ihrer Branche für den Award. Daraus wählt eine interdisziplinär zusammengesetzte Vorjury die drei Finalisten je Kategorie aus. Diese präsentieren sich mit einem Pitch vor der Hauptjury unter dem Vorsitz von Alt-Bundesrätin Doris Leuthard, die den Gewinner je Kategorie kürt. Dieser Jury gehören 14 weitere bekannte Persönlichkeiten an, u.a. Reto Knutti (ETH-Professor in Klimaphysik), Michèle Rodoni (CEO die Mobiliar), Pascal Grieder (CEO der Schweizerischen Post) und Wirtschaftsjournalistin und Unternehmerin Patrizia Laeri. Der Gewinner in der Kategorie KMU wird am 3. September 2026 am Maillot Vert Sommerfest in Luzern bekannt gegeben, jener in der Kategorie Scale-up am 12. Februar 2027 am Impact Circle Event in Gstaad. Um die hohen Anforderungen im Auswahlprozess der besten Lösungen weiter auszubauen, arbeitet Green Business Switzerland seit 2024 mit der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) als Wissenschaftspartnerin zusammen.

Green Business Switzerland ​
Green Business Switzerland rückt den positiven Zusammenhang zwischen unternehmerischem Erfolg und nachhaltigem Handeln in den Fokus. Hinter der zukunftsweisenden Kooperation zentraler Akteure aus Wirtschaft und Umweltschutz stehen u.a. Go for Impact, das BAFU, Economiesuisse, öbu, die Schweizerische Umweltstiftung, Scienceindustries, Swisscleantech, Swissmem, Swiss Textiles und der WWF Schweiz. ​ ​

Partner ​
Axpo, die Mobiliar, die Schweizerische Post und Economiesuisse unterstützen den Award als Partnerinnen und gleichzeitig als Vorreiterinnen für Nachhaltigkeit in ihren Branchen.

Medienmitteilung Green Business Switzerland.pdf

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Über Green Business Switzerland

Green Business Switzerland rückt den positiven Zusammenhang zwischen unternehmerischem Erfolg und nachhaltigem Handeln in den Fokus. Wenn wir unseren Planeten für die zukünftigen Generationen erhalten wollen, muss die Wirtschaft Teil der Lösung sein. Dafür braucht es einen Bewusstseinswandel und Vorbilder, an denen sich ihre Entscheidungsträger:innen orientieren. Green Business Switzerland engagiert sich hierfür mit verschiedenen Formaten. Hinter der zukunftsweisenden Kooperation zentraler Akteure aus Wirtschaft und Umweltschutz stehen u.a. das BAFU, economiesuisse, öbu, Pusch, die Schweizerische Umweltstiftung, Scienceindustries, Swissmem, Swiss Textiles und der WWF Schweiz.