Wirkung über die Schweiz hinaus: Die Finalisten des Green Business Award

Medienmitteilung, Bern, 8. Juli 2026

Jurypräsidentin Doris Leuthard und Cédric Habermacher, Direktor von Green Business Switzerland. ​
Foto: David Biedert
Jurypräsidentin Doris Leuthard und Cédric Habermacher, Direktor von Green Business Switzerland. ​
​Foto: David Biedert

Hitzewellen, Food-Waste, Energieverbrauch: Die sechs Finalisten des achten Green Business Award setzen dort an, wo ökologische Herausforderungen heute besonders spürbar sind. Ihre Lösungen reichen von einer essbaren Beschichtung für Lebensmittel über Lüftungs- und Klimaanlagen, die dank datenbasierter Analyse effizienter betrieben werden können, bis zu einem hochauflösenden Wettermodell, das die Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen besser planbar macht. Welche Unternehmen ökologischen Impact und wirtschaftlichen Erfolg am überzeugendsten verbinden, entscheidet im September eine Jury unter dem Vorsitz von Alt-Bundesrätin Doris Leuthard.

Der Green Business Award zeichnet Unternehmen aus, die ökologische Wirkung mit wirtschaftlichem Nutzen und Skalierbarkeit verbinden. Erstmals wird der Award in zwei Kategorien vergeben: KMU / Corporates und ScaleUps. Eine interdisziplinäre Vorjury hat je drei Finalisten ausgewählt.

«Die Finalisten zeigen, wo die Wirtschaft ihren Hebel hat: in Gebäuden, Energie, Lieferketten, Produktion und Materialien. Ihre Lösungen entstehen in der Schweiz, adressieren aber Herausforderungen, die weltweit relevant sind», sagt Cédric Habermacher, Direktor von Green Business Switzerland.

Im September präsentieren die Finalisten ihre Lösungen vor der Jury unter dem Vorsitz von Alt-Bundesrätin Doris Leuthard. Die beiden Gewinner werden an zwei Anlässen bekannt gegeben:

  • Kategorie KMU / Corporates: 3. September 2026, Maillot Vert Sommerfest, Luzern
  • Kategorie ScaleUps: 12. Februar 2027, Impact Circle Event, Gstaad

Diese sechs Unternehmen haben die Vorjury am meisten überzeugt und stehen im Finale:

Kategorie KMU / Corporates:

INFOMANIAK NETWORK SA aus Les Acacias (GE)

Energieeffizientes Rechenzentrum mit Wärmenutzung
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Infomaniak zeigt, dass der wachsende Bedarf an Rechenzentren nicht zwangsläufig zu mehr Ressourcenverbrauch führen muss. Mit dem unterirdischen Rechenzentrum D4 nutzt der Schweizer Cloud-Anbieter die entstehende Serverwärme vollständig weiter: Infomaniak speist sie in das Fernwärmenetz von Genf ein und beheizt damit im Winter rund 6'000 Wohnungen. Im Sommer reicht die Wärme für täglich rund 20'000 Duschen. Das Rechenzentrum kommt ohne klassische Klimaanlage und ohne Wasser zur Kühlung aus und läuft vollständig mit erneuerbarer Energie. Über eine Betriebsdauer von 20 Jahren spart das System rund 58'000 Tonnen CO₂ ein. Infomaniak dokumentiert das Modell als Open Source und macht es damit auch für weitere Standorte nutzbar.

BELIMO Automation AG aus Hinwil (ZH)

Datenbasierte Optimierung von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen
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Gebäude gehören zu den grössten Energieverbrauchern der Schweiz. Mit RetroFIT+ setzt BELIMO genau dort an. Das Unternehmen analysiert den Zustand von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen datenbasiert, identifiziert Effizienzpotenziale und priorisiert wirksame Massnahmen. Dadurch sinken Energieverbrauch, CO₂-Emissionen sowie Betriebs- und Investitionskosten. Bestehende Gebäude können ihre Energieeffizienz steigern, ohne umfassend saniert zu werden.

Vögeli AG Marketingproduktion & Druck aus Langnau (BE)

Druck- und Verpackungslösungen nach dem Cradle to Cradle Certified® Prinzip
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Vögeli AG zeigt, wie Kreislaufwirtschaft in der Druckproduktion konkret umsetzbar ist. Das Familienunternehmen produziert Magazine, Mailings, Verpackungen und Spiele nach dem Cradle to Cradle Certified® Prinzip. Eigens entwickelte Druckfarben und ausgewählte Materialien ermöglichen kreislauffähige Produkte ohne problematische Schadstoffe. Die Produktion erfolgt am Standort Langnau ohne direkten CO₂-Ausstoss. Als erste Druckerei weltweit erreichte Vögeli Cradle to Cradle Certified® GOLD für Druckprodukte und Verpackungen.

Kategorie ScaleUps:

AgroSustain SA aus Renens (VD)

Essbare Beschichtung für frische Produkte
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Die Haltbarkeit von frischen Früchten und Gemüse entscheidet oft darüber, ob Lebensmittel konsumiert oder entsorgt werden. Genau dort setzt AgroSustain an: Mit Afondo hat das Unternehmen eine essbare Beschichtung für frische Produkte entwickelt. Sie verlängert die Haltbarkeit, erhält die Qualität entlang der Lieferkette und reduziert Lebensmittelverluste. Gleichzeitig lassen sich Transporte effizienter planen. In bestimmten Fällen wird auch der Wechsel von Luft- auf Seefracht möglich. So verbindet AgroSustain weniger Lebensmittelabfall mit tieferen Emissionen und wirtschaftlichem Nutzen für Produzenten, Handel und Detailhandel.

OceanSafe AG aus Bern (BE)

Biologisch abbaubare und recycelbare Hochleistungsmaterialien
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OceanSafe entwickelt mit naNea® ein Hochleistungsmaterial für Textilien, insbesondere als Alternative zu herkömmlichem Polyester. Es ist biologisch abbaubar, recycelbar und frei von kritischen Additiven. Entstehende Fasern können biologisch abgebaut werden und tragen damit dazu bei, das Mikroplastikproblem in der Textilindustrie zu reduzieren. naNea® lässt sich in bestehende Produktionsprozesse integrieren und weltweit über Partner skalieren. So entstehen leistungsfähige Textilien mit tieferen CO₂-Emissionen und weniger problematischen Chemikalien – ohne Mehrkosten für Kund:innen.

Meteomatics AG aus St. Gallen (SG)

Europäisches Wettermodell für präzise Vorhersagen
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Präzise Wetterdaten werden für erneuerbare Energien, Infrastruktur und Risikomanagement zunehmend entscheidend. Meteomatics entwickelt mit EURO1k ein hochauflösendes Wettermodell für Europa und Teile Nordafrikas. Während globale Modelle meist mit einer Auflösung von rund 20 Kilometern arbeiten, berechnet EURO1k Wetterdaten in einem Raster von einem Kilometer. Lokale Wetterereignisse wie Gewitter oder Hagel lassen sich dadurch bis zu 72 Stunden im Voraus präziser prognostizieren. Das hilft Unternehmen und Infrastrukturbetreibern, Wetterrisiken früher zu erkennen und ihre Abläufe besser zu steuern. Besonders relevant ist EURO1k für erneuerbare Energien: Präzisere Wetterdaten verbessern die Planung, den Handel und die Integration von Solar- und Windenergie.

 

Green Business Award ​
​Der Green Business Award zeichnet seit 2019 jährlich die innovativsten Schweizer Unternehmen aus, die ökologischen Impact mit ökonomischem Erfolg verbinden. In der ersten Phase des Auswahlprozesses nominieren rund 40 nationale Scouts aus Wirtschaft und Wissenschaft die besten Lösungen ihrer Branche für den Award. Daraus wählt eine interdisziplinär zusammengesetzte Vorjury die drei Finalisten je Kategorie aus. Diese präsentieren sich mit einem Pitch vor der Hauptjury unter dem Vorsitz von Alt-Bundesrätin Doris Leuthard, die den Gewinner je Kategorie kürt. Dieser Jury gehören 14 weitere bekannte Persönlichkeiten an, u.a. Reto Knutti (ETH-Professor in Klimaphysik), Michèle Rodoni (CEO die Mobiliar), Pascal Grieder (CEO der Schweizerischen Post), Christoph Brand (CEO Axpo Gruppe) sowie Unternehmerin Patrizia Laeri. Der Gewinner in der Kategorie KMU / Corporates wird am 3. September 2026 am Maillot Vert Sommerfest in Luzern bekannt gegeben, jener in der Kategorie Scale-up am 12. Februar 2027 am Impact Circle Event in Gstaad. Die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) begleitet den gesamten Awardprozess als Wissenschaftspartnerin.
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​Green Business Switzerland ​
​Green Business Switzerland rückt den positiven Zusammenhang zwischen unternehmerischem Erfolg und nachhaltigem Handeln in den Fokus. Hinter der zukunftsweisenden Kooperation zentraler Akteure aus Wirtschaft und Umweltschutz stehen u.a. Go for Impact, das BAFU, Economiesuisse, öbu, die Schweizerische Umweltstiftung, Scienceindustries, Swisscleantech, Swissmem, Swiss Textiles und der WWF Schweiz. ​
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​Partner ​
​Axpo, die Mobiliar, die Schweizerische Post und Economiesuisse unterstützen den Award als Partnerinnen und gleichzeitig als Vorreiterinnen für Nachhaltigkeit in ihren Branchen.

Medienmitteilung Green Business Switzerland

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Über Green Business Switzerland

Green Business Switzerland rückt den positiven Zusammenhang zwischen unternehmerischem Erfolg und nachhaltigem Handeln in den Fokus. Wenn wir unseren Planeten für die zukünftigen Generationen erhalten wollen, muss die Wirtschaft Teil der Lösung sein. Dafür braucht es einen Bewusstseinswandel und Vorbilder, an denen sich ihre Entscheidungsträger:innen orientieren. Green Business Switzerland engagiert sich hierfür mit verschiedenen Formaten. Hinter der zukunftsweisenden Kooperation zentraler Akteure aus Wirtschaft und Umweltschutz stehen u.a. das BAFU, economiesuisse, öbu, Pusch, die Schweizerische Umweltstiftung, Scienceindustries, Swissmem, Swiss Textiles und der WWF Schweiz.